Warum heißt es Helau und nicht Alaaf in Mainz?
In Mainz ruft man Helau, in Köln Alaaf. Woher der Mainzer Narrenruf kommt und warum Alaaf in Mainz ein Fauxpas wäre.
„Helau“ ist kein Mainzer Eigengewächs. Der Ruf kam erst 1935 nach Mainz, als eine Delegation Mainzer Fastnachter die Düsseldorfer Karnevalisten besuchte. Der energische Ruf gefiel so gut, dass die Meenzer ihn kurzerhand übernahmen. Bereits 1937 war „Helau“ fest in der Mainzer Fastnacht verankert. Einen einheitlichen Narrenruf hatte es vorher nicht gegeben.
Helau-Gebiet vs. Alaaf-Gebiet
Der Rhein teilt das Karnevalsland in zwei Zonen. Düsseldorf, Mainz, Wiesbaden und weite Teile Rheinhessens rufen Helau. Köln, Bonn und Aachen halten es mit Alaaf. Die Grenze verläuft grob zwischen Köln und Düsseldorf. Manche Vereine pflegen zusätzlich eigene Schlachtrufe. Die Füsilier-Garde Gonsenheim etwa ruft neben dem Helau ihr eigenes „De Kram klappt!“ als vereinsinternen Gruß.
Alaaf in Mainz: ein Fauxpas
Das Wort „Alaaf“ fällt in Mainz höchstens als Pointe auf der Bühne. Büttenredner nutzen den Kölner Ruf gezielt als Provokation, um das Publikum zu einem besonders lauten Helau zu animieren. Abseits der Bühne bleibt es ein Fauxpas. Wer auf einer Mainzer Straßenfastnacht versehentlich „Alaaf“ ruft, wird mit gutmütigem Protest korrigiert.
Gut zu wissen
Der Mainzer Narrenruf ist Helau. Er wird bei allen Fastnachtsveranstaltungen als Begrüßung und Stimmungsruf verwendet.
Die genaue Herkunft ist umstritten. Eine Theorie leitet ihn vom mittelhochdeutschen „Hel“ (hell, laut) ab, eine andere sieht einen Zusammenhang mit „Halleluja“. Gesichert ist, dass Mainzer Fastnachter den Ruf 1935 von einem Besuch in Düsseldorf mitbrachten.
Alaaf ist der Kölner Narrenruf. In Mainz gilt es als Fauxpas, Alaaf statt Helau zu rufen. Echte Mainzer reagieren darauf mit gutmütigem Protest.