Was ist eine Funzelsitzung?
Statt 1.000 Gäste nur 120. Die Funzelsitzungen der Jocus Garde in Kastel sind das Gegenteil einer Prunksitzung.
Prunksitzungen füllen Hallen mit 1.000 und mehr Gästen. Die Funzelsitzungen der Jocus Garde in Mainz-Kastel passen 120 Leute. Mehr nicht. Der Name „Funzel“ steht im Deutschen für eine schwache, flackernde Lampe. Genau so ist die Atmosphäre: klein, eng, unmittelbar.
In der Festung am Rhein
Die Funzelsitzungen finden in der Reduit statt, einem historischen Festungsgebäude aus dem 19. Jahrhundert am Rheinufer in Kastel. Die niedrigen Decken und dicken Mauern erzeugen eine Akustik, die jedes Wort von der Bühne bis in die letzte Reihe trägt. Keine Großleinwand, kein Funkmikrofon, kein Abstand zwischen Bühne und Publikum. In einer Halle mit 1.000 Plätzen geht dieser Effekt verloren. In der Reduit entsteht daraus ein eigenes Sitzungsformat.
Die Jocus Garde
Die Jocus Garde wurde 1889 gegründet und hat rund 800 Mitglieder. Die Uniformen sind spanischen Söldnern der Habsburger nachempfunden, die während des Dreißigjährigen Krieges in Kastel stationiert waren. Die Garde versteht sich als „Brückenwacht am Rhein“ zwischen Mainz und Wiesbaden. Kastel gehört zu den AKK-Stadtteilen (Amöneburg, Kastel, Kostheim), die verwaltungsrechtlich zu Wiesbaden gehören, sich aber zu Mainz zählen.
Gut zu wissen
Eine Funzelsitzung ist eine kleine, intime Fastnachtssitzung mit nur etwa 120 Gästen. Der Name leitet sich von „Funzel“ ab, einer schwachen Lampe. Die bekanntesten Funzelsitzungen veranstaltet die Jocus Garde in der Reduit in Mainz-Kastel.
Die Reduit ist ein historisches Festungsgebäude am Rheinufer in Mainz-Kastel. Sie dient der Jocus Garde als Vereinsheim und Veranstaltungsort für die Funzelsitzungen.
Die Jocus Garde 1889 ist eine Traditionsgarde aus Mainz-Kastel mit rund 800 Mitgliedern. Ihre Uniformen sind spanischen Söldnern des Dreißigjährigen Krieges nachempfunden. Die Garde versteht sich als „Brückenwacht am Rhein“ zwischen Mainz und Wiesbaden.