Mainz bleibt Mainz: Die älteste TV-Unterhaltungssendung Deutschlands

Seit 1955 überträgt das deutsche Fernsehen Fastnacht aus dem Kurfürstlichen Schloss. Die Sendung erreicht bis heute ein Millionenpublikum.

Am 17. Februar 1955 übertrug das Fernsehen erstmals eine Mainzer Fastnachtssitzung live. „Mainz wie es singt und lacht“ brachte die Saalfastnacht ins deutsche Wohnzimmer. Über 70 Jahre später ist die Sendung die älteste noch laufende Unterhaltungssendung im deutschen Fernsehen.

Zwei Sendungen werden eins

1964/65 startete das ZDF eine eigene Fastnachtssendung unter dem Titel „Mainz bleibt Mainz“. 1973 wurden beide zu „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“ zusammengelegt. Seither wechseln sich ARD und ZDF jährlich mit der Ausstrahlung ab. Gesendet wird jeden Freitag vor Rosenmontag um 20:11 Uhr live aus dem Kurfürstlichen Schloss. Vier Trägervereine stellen das Programm: der Mainzer Carneval-Verein 1838, der Mainzer Carneval Club 1899, der Karneval-Club Kastel 1947 und der Gonsenheimer Carneval-Verein 1892.

Millionenpublikum und Bohnebeitel

2018 erreichte die Sendung 6,4 Millionen Zuschauer. 2025 lag die Quote bei 3,85 Millionen, 2026 erholte sie sich auf 4,35 Millionen. Trotz des Rückgangs bleibt sie ein Quotenerfolg. Seit der Kampagne 1997/98 überträgt der SWR zusätzlich den „Bohnebeitel“ mit Beiträgen der Bohnebeitel, des Mombacher Carneval-Vereins 1886. Die Sendung machte die Mainzer Fastnacht bundesweit bekannt und trug dazu bei, dass Mainz neben Köln und Düsseldorf als dritte große Karnevalshochburg wahrgenommen wird.

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