Wie ein Motivwagen für den Rosenmontagszug entsteht

Vom ersten Entwurf bis zum fertigen Wagen vergehen Monate. Die finale Karikatur steht oft erst fünf Tage vor dem Zug.

Sechs Meter hoch, zehn Meter lang, tonnenschwer. Ein Motivwagen im Mainzer Rosenmontagszug ist politische Satire in monumentalem Format. Die finale Karikatur steht oft erst fünf Tage vor dem Zug. Vom ersten Entwurf bis zum fertigen Wagen vergehen trotzdem Monate.

Bau in der Wagenhalle Mombach

Bereits im Herbst treffen sich die Verantwortlichen des Mainzer Carneval-Vereins 1838 mit dem Karikaturisten und dem Wagenbaumeister. Seit 1962 baut der MCV im Stadtteil Mombach. Die Figuren entstehen aus Styroporblöcken, die mit der Säge in Form geschnitten werden. Stahlgerüste und Holzrahmen geben die Struktur. Die Grundkonstruktion wird früh festgelegt, das konkrete politische Motiv kann sich bis zum letzten Moment ändern. Manche Figuren bewegen Arme oder Köpfe, angetrieben von einfachen Motoren. Ein einzelner Wagen kostet zwischen 12.000 und 18.000 Euro. Ohne Ehrenamtliche wäre der Aufwand nicht tragbar.

Premiere beim Tanz auf der Lu

Am Fastnachtssonntag werden die fertigen Motivwagen auf der Ludwigsstraße der Öffentlichkeit präsentiert. „Tanz auf der Lu“ heißt die Veranstaltung. Zehntausende sehen die politischen Karikaturen erstmals vor dem großen Zug. Einen Tag später rollen die Wagen durch den Rosenmontagszug, Hunderttausende am Straßenrand. Nach wenigen Stunden ist alles vorbei. Die Wagen kehren zurück nach Mombach.

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