Das Närrische Grundgesetz der Mainzer Fastnacht

Jedes Jahr am 11.11. wird auf dem Schillerplatz das Närrische Grundgesetz verlesen. Es regelt Narrenruf, Nationalgericht und Schunkelpflicht.

Am 11.11. um 11:11 Uhr wird auf dem Mainzer Schillerplatz ein Gesetz verkündet, das keinem Parlament entstammt. Das Närrische Grundgesetz regelt die Fastnacht mit eigenen Artikeln, eigenen Strafen und eigener Logik. Es tritt am 1. Januar in Kraft und gilt bis Aschermittwoch.

Die wichtigsten Artikel

Das Grundgesetz ist in Artikel gegliedert, angelehnt an die Form des Grundgesetzes der Bundesrepublik:

  • Narrenruf: Der offizielle Ruf lautet Helau. Andere Rufe sind nicht zulässig.
  • Nationalgericht: Weck, Worscht un Woi (Brötchen, Fleischwurst und Wein).
  • Schunkeln: Bei Sitzungen wird geschunkelt.
  • Sitzungsbeginn: Immer 11 Minuten nach der vollen Stunde.
  • Elferrat: Sein Einzug eröffnet jede offizielle Sitzung.

Strafen, die belohnen

Wer gegen das Närrische Grundgesetz verstößt, erhält einen Orden. Die Strafe ist eine Ehre. In der Praxis dient diese Regel als Bühnenpointe: Auf Sitzungen werden Gäste für angebliche Verstöße „bestraft“ und erhalten unter Applaus einen Orden. Das passt zur Grundidee der Fastnacht, in der die Welt Kopf steht.

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