Warum die 11 die Narrenzahl ist

Die 11 steht zwischen den 10 Geboten und den 12 Aposteln. Seit dem Mittelalter gilt sie als Zahl der Sünde und prägt die Mainzer Fastnacht bis heute.

Am 11.11. um 11:11 Uhr öffnet sich in Mainz ein närrisches Fenster. Elf Mitglieder sitzen im Elferrat. Sitzungen starten elf Minuten nach der vollen Stunde. Die Zahl 11 ist in der Fastnacht allgegenwärtig. Ihre Bedeutung reicht bis ins Mittelalter zurück.

Zwischen Geboten und Aposteln

In der christlichen Zahlensymbolik stehen die 10 für die Zehn Gebote und die 12 für die zwölf Apostel. Die 11 liegt dazwischen: Sie überschreitet die göttliche Ordnung der 10, erreicht aber nicht die Vollkommenheit der 12. In der christlichen Tradition galt die 11 als Zahl der Sünde und des Regelbruchs. Die Narren übernahmen die 11 mit voller Absicht. Fastnacht war seit jeher die Zeit, in der die Ordnung auf den Kopf gestellt wurde. Eine Zahl für Regelbruch und Überschreitung passte perfekt.

Die 11 in der Mainzer Fastnacht

Im Rheinland verfestigte sich die Tradition im 19. Jahrhundert. Als 1838 der Mainzer Carneval-Verein gegründet wurde, gehörte die 11 bereits zum festen Inventar. Die Wahl des 11. November hat auch einen praktischen Hintergrund: Der Martinstag war historisch der letzte Tag vor der vorweihnachtlichen Fastenzeit und Stichtag für Pachtzinsen. Sitzungen beginnen offiziell „elf nach“, Orden werden in Auflagen von 111 oder 1.111 Stück geprägt, Vereinsgründungen finden bevorzugt am 11.11. statt.

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